Zum Inhalt springen
Startseite » Blog » Rhiannon oder Stevie Nicks: Wer ist eigentlich die Hexe?

Rhiannon oder Stevie Nicks: Wer ist eigentlich die Hexe?

  • von
Stevie Nicks 2017

Man muss nicht alles über ein Thema wissen, um Gedanken dazu zu äußern. Das zeigt Stevie Nicks (Fleetwood Mac), die 1974 einen Song über eine Hexe schrieb, dessen Name ihr in einem Roman begegnete. Der Song Rhiannon von Fleetwood Mac verlor in den letzten 45 Jahren weder an Aktualität, noch an Magie. Außerdem endet die Geschichte noch nicht: Nicks plant eine Fortsetzung.

Update: Dieser Artikel erschien ursprünglich für ein Uni-Projekt auf der alten Version von Festivalistin. Jetzt, für den Reset des Blogs, kehrt er zurück.

Bereits die ersten Gitarrenakkorde des Liedes fühlen sich an, als würde man auf einem Windstoß Platz nehmen. Er ist gleichzeitig die Bassline. Zunächst etwas unsicher, doch dann erklingt die Stimme von Stevie Nicks. Sie fängt uns auf und nimmt uns mit in die Geschichte der walisischen Hexe Rhiannon. Die Magie schwingt mit. Hohe Töne in den Vocals erzeugen Unbeschwertheit, Freiheit, Hoffnung. Es scheint, als konkurrierten Gesang und Instrumente.  Dann geht es wieder etwas bergab, doch der Wind hält uns oben. Der Song trägt uns davon, lässt uns aber nicht fallen. Als sich am Schluss des Liedes die Lead-Gitarre und die Vocals abwechseln, wirkt es wie der gefundene Frieden am Lebensende Rhiannons. Ein Song von Fleetwood Mac, der besonders für Stevie Nicks viel bedeutet.

Fleetwood Mac – Rhiannon: Die Geschichte dahinter

1974 las Stevie Nicks an Halloween das Buch Triad von Mary Leader. Es handelt von einer Frau, die glaubt, sie sei besessen von einer mystischen Gestalt namens Rhiannon. Nicks gefiel der Name, deshalb schrieb sie ihre Gedanken dazu auf. So entstand der Song Rhiannon von Fleetwodo Mac innerhalb von 10 Minuten. Dass Rhiannon tatsächlich eine alte walisische Hexe war, erfuhr Nicks erst einige Jahre später. Auf der Seite inherownwords.com schreibt sie: „There’s a trilogy of books written about her called the song of Rhiannon. Which is pretty weird because I never saw that. And yet the song is exactly about that“.

Nicks musizierte zu diesem Zeitpunkt gemeinsam mit ihrem Freund Lindsey Buckingham. 1975 schloss sich das Duo der Band Fleetwood Mac an und der Song wurde noch im selben Jahr auf dem Album „Fleetwood Mac“ (auch das weiße Album genannt) veröffentlicht.

Fleetwood Mac Billboard 1977
Fleetwood Mac 1977, von links nach rechts: Mick Fleetwood, Christine McVie, John McVie, Stevie Nicks, Lindsey Buckingham | Foto: Billboard, Warner Bros Records

Ist Stevie Nicks eine Hexe?

Sie drückte ihre Faszination von Rhiannon direkt in einem Song aus. Sie liebt schwarze Kleidung und ihre Bühnenoutfits sehen stets ein bisschen aus wie ein Hexenkostüm. Nicks versprüht einen gewissen Zauber. „I always wanted to be a witch because I thought that being a witch was the absolute most fun saying you could be on Halloween“, sagt sie in einem Interview. Ja, an Halloween.  Im Internet kursieren zahlreiche Gerüchte, die Musikerin sei selbst eine Hexe. „I have a lot of more important things that I could worry about besides people thinking that I’m a witch“, erklärt sie. Nein, Stevie Nicks ist keine echte Hexe. Behauptet sie…

Rhiannon in American Horror Story

In der Serie American Horror Story hat Nicks 2013 einen Gastauftritt. Da sie symbolisch längst als Hexe gilt, ist sie in der Staffel „Coven“ (auf Deutsch „Hexenzirkel“) nicht wegzudenken. Die weltbekannte Fernsehsendung richtet sich an ein eher junges Publikum (natürlich über 18 Jahren), an welchem Fleetwood Mac nicht vorbeigehen sollte. Für die Serienfigur Misty Day stellt Stevie Nicks ein Vorbild dar. Sie himmelt sie für ihre Musik an. Als ihre Ikone plötzlich im Haus des Hexenzirkels auftaucht, fällt sie zunächst in Ohnmacht. Später sitzt Nicks am Klavier und spielt Rhiannon, wozu Misty Day sich tanzend im Kreis dreht.

Während der Quarantäne aufgrund von Corona arbeitet Stevie Nicks von Zuhause aus an einem multimedialen Projekt, das Rhiannon erneut zum Leben erwecken soll. In einem Interview mit dem Rolling Stone enthüllt sie: „I have some Rhiannon poetry that I have written over the last 30 years that I’ve kept very quiet“.

Mehr Artikel auf Festivalistin findet ihr hier!

Beitragsbild: © Ralph Arvesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert